Verkehrskundekurs (VKU) in der Schweiz

Verkehrskundekurs (VKU) in der Schweiz: Das müssen Sie wissen

Wer in der Schweiz den Führerausweis für das Auto (Kategorie B) oder das Motorrad (Kategorie A/A1) erwerben möchte, kommt an ihm nicht vorbei: dem Verkehrskundekurs, kurz VKU. Er ist ein gesetzlich vorgeschriebener Baustein der Fahrausbildung. Doch warum ist dieser Theoriekurs eigentlich obligatorisch, was lernt man dort und wie läuft das Ganze ab? Hier finden Sie den kompletten Überblick.

Was ist der Verkehrskundekurs überhaupt?

Der VKU ist ein Theoriekurs, der die angehenden Verkehrsteilnehmer für die Gefahren im Strassenverkehr sensibilisieren soll. Während der praktische Fahrunterricht dazu dient, das Fahrzeug physisch zu beherrschen, schult der VKU das vorausschauende Denken. Ziel ist es, den Verkehrssinn zu schärfen, damit Gefahren im Alltag frühzeitig erkannt und Unfälle effektiv vermieden werden können.

Wann muss man den VKU absolvieren?

Das Timing ist gesetzlich genau geregelt: Sie können den VKU erst dann besuchen, wenn Sie die theoretische Führerprüfung erfolgreich bestanden haben und im Besitz eines gültigen Lernfahrausweises sind. Es ist dringend empfohlen, den Kurs bereits zu Beginn der praktischen Fahrstunden zu absolvieren. Das dort gelernte Wissen hilft Ihnen direkt dabei, in den Fahrstunden schneller Fortschritte zu machen. Zudem dürfen Sie sich ohne den Nachweis des VKU nicht für die praktische Führerprüfung anmelden.

Wie lange dauert der Kurs und wie ist er aufgeteilt?

Der Verkehrskundekurs dauert insgesamt 8 Stunden. In der Regel wird er von Fahrschulen an zwei Abenden zu je 4 Stunden oder an vier Abenden zu je 2 Stunden angeboten. Der Kurs ist in vier thematische Module unterteilt:

  • Verkehrssehen (Modul 1): Hier lernen Sie, wie das menschliche Auge den Verkehr wahrnimmt. Themen sind das Sehschärfefeld, Blicktechniken sowie das richtige Einschätzen von Entfernungen und Geschwindigkeiten bei verschiedenen Lichtverhältnissen.
  • Verkehrsumwelt (Modul 2): Dieses Modul widmet sich dem Umgang mit anderen Verkehrsteilnehmern (Fussgänger, Velofahrer, Lkw) sowie dem Einfluss von Witterung und Jahreszeiten (Sicht, Strasse, Zeit).
  • Verkehrsdynamik (Modul 3): Hier geht es um die Physik des Fahrens. Sie lernen alles über den Bremsweg, den Anhalteweg, die Kurvendynamik (Fliehkräfte) und das richtige Sichern von Ladung auf oder im Fahrzeug.
  • Verkehrstaktik (Modul 4): Das finale Modul behandelt die eigene Fahrfähigkeit (Einfluss von Alkohol, Drogen, Medikamenten und Müdigkeit) sowie umweltbewusstes und ressourcenschonendes Fahren (Eco-Drive).

Wie lange ist der VKU gültig?

Hier gibt es eine erfreuliche Nachricht für alle Fahrschüler: Seit der Revision der Fahrbewilligungsverordnung ist der einmal absolvierte Verkehrskundekurs in der Schweiz unbefristet gültig. Wenn Sie also einmal den VKU für das Motorrad gemacht haben und Jahre später den Autoführerschein anhängen möchten, müssen Sie den Kurs nicht noch einmal besuchen.

Was kostet der Kurs und was ist mitzubringen?

Die Preise für den VKU variieren je nach Region und Fahrschule in der Schweiz. Im Durchschnitt müssen Sie mit Kosten zwischen 150 und 250 CHF rechnen. Oftmals gibt es Kombi-Angebote, wenn Sie auch die Fahrstunden bei derselben Fahrschule buchen. Zum Kurs müssen Sie zwingend Ihren Lernfahrausweis mitbringen, da der Fahrlehrer Ihre Teilnahme am Ende digital im System des Strassenverkehrsamts registrieren muss.

Mehr als nur eine Pflichtveranstaltung

Auch wenn der VKU für viele Fahrschüler zunächst wie eine lästige Pflicht wirkt, zeigt die Praxis, dass die theoretischen Inhalte Leben retten können. Wer versteht, wie wichtig die richtige Blicktechnik ist oder wie rasant sich der Bremsweg bei nasser Fahrbahn verlängert, bewegt sich ab der ersten Minute deutlich sicherer im Schweizer Strassenverkehr.

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmen Sie dem zu.

Datenschutzerklärung
Nach oben scrollen